DOJOKUN – Regeln für das Training der Kampfkunst

Als Verhaltensregeln des Budo – also aller japanischen Kampfkünste – sind die Dojokun Grundlage für jeden Kampfkünstler, der sich den traditionellen Künsten verpflichtet fühlt. Sie sind nicht nur ein oberflächliches Regelwerk, sondern Teil einer inneren, philosophischen Lehre der Tugenden, Selbstbeherrschung, Disziplin, Achtsamkeit und Bescheidenheit. Ursprünglich im alten Shaolin Kloster entwickelt, gibt es heute verschiedene Dojokun für jede Kampfkunst. Der Meister ist dafür verantwortlich, sie seinem Schüler mit auf den Weg zu geben und sie zu bewahren. weiterlesen

Die 5 Regeln des Dojokun

Die fünf Dojo Regeln des Sakugawa

In fünf Leitsätzen beschrieben und um 1750 von Meister Sakugawa Shungo überliefert, ist die erste Karate-Dojokun bis heute aktuell. Für den okinawischen Karatemeister war jede der fünf Dojo Regeln gleichwertig. Daher bezeichnete er alle mit einer Eins:

  1. Strebe nach der Vervollkommnung Deines Charakters.
    Das bedeutet: Der Budoka soll sein Training nutzen, um ein besserer Sportler und ein besserer Mensch zu werden.
  2. Folge dem Pfad der Wahrheit.
    Das bedeutet: Der Budoka soll stets aufrichtig und authentisch gegenüber sich selbst und seinen Mitmenschen sein.
  3. Übe Dich, Deinen Geist zu kultivieren.
    Das bedeutet: Der Budoka soll seine Lebensziele und Entscheidungen reifen lassen und stets verantwortungsvoll denken und handeln.
  4. Ehre die Etikette.
    Das bedeutet: Der Budoka soll die Verhaltensnormen im Umgang mit anderen einhalten, um eine verständliche Kommunikation und Harmonie zu erhalten.
  5. Zügle Deinen ungestümen Mut.
    Das bedeutet: Der Budoka soll auf körperliche Gewalt verzichten, um nicht als unwürdiges Individuum zu enden.

Die Dojo Etikette

Die Benimmregeln in einem Dojo – dem Karateübungsraum – sind entscheidend, um ein harmonisches Miteinander und ein diszipliniertes Training zu realisieren. Die Regeln der Dojo Etikette basieren auf dem Ogasawara-ryu des 13. und 14. Jahrhunderts, der bereits den Samurai ein verträgliches Zusammenleben lehrte.

  • Der Dojo wird stets barfuß betreten.
  • Saubere Kleidung, der richtige Gürtel und eine gepflegte Erscheinung werden vorausgesetzt.
  • Wer den Dojo betritt oder verlässt, verbeugt sich, um seinen Respekt zu zeigen.
  • Respekt gegenüber dem Lehrer und dem Trainingspartner sind Grundvoraussetzung.
  • Das Training beginnt und endet pünktlich.
  • Im Dojo wird nur so laut wie nötig gesprochen.

Shotokan – die 20 Regeln des Karate nach Funakoshi

Der Vater des modernen Karate, Funakoshi Gichin, sah in der Kampfkunst nicht den Sieg als höchstes Ziel, sondern die Vervollkommnung des eigenen Charakters. Er prägte in den 1920er Jahren einen eigenen Stil, der von seinen Schülern als Shotokan (Haus des Shoto) bezeichnet wird, um sich von anderen Karate-Stilen abzugrenzen. Funakoshi formulierte die Shoto-Niju-Kun als Leitprinzipien des Karate:

  1. Karate beginnt und endet mit Respekt.
  2. Im Karate gibt es keinen Angriff.
  3. Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit.
  4. Erkenne zuerst Dich selbst, dann den anderen.
  5. Intuition ist wichtiger als Technik.
  6. Lerne Deinen Geist zu kontrollieren und befreie ihn erst danach.
  7. Unglück geschieht immer durch Unachtsamkeit.
  8. Glaube nicht, dass Karate nur im Dojo stattfindet.
  9. Karate üben heißt, ein Leben lang zu arbeiten.
  10. Verbinde Dein alltägliches Leben mit Karate, dann wirst Du myo finden.
  11. Wahres Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn Du es nicht beständig erwärmst.
  12. Denke nicht ans Gewinnen, doch denke darüber nach, wie Du nicht verlierst.
  13. Verändere ständig Deine Verteidigung gegenüber dem Gegner.
  14. Der Kampf entspricht immer Deiner Fähigkeit, mit keyo und jitsu umzugehen.
  15. Stelle Dir Deine Hand und Deinen Fuß als Schwert vor.
  16. Wenn Du den Ort verlässt, an dem Du zu Hause bist, machst Du Dir zahlreiche Feinde.
  17. Anfänger müssen alle Haltungen ohne eigenes Urteil annehmen, um danach einen natürlichen Zustand des Verstehens zu erreichen.
  18. Die Kata muss ohne Veränderung korrekt ausgeführt werden, im wirklichen Kampf gilt das Gegenteil.
  19. Hart und weich, Spannung und Entspannung, langsam und schnell – alles in Verbindung mit der richtigen Atmung.
  20. Erinnere dich und denke immer nach – lebe diese Vorschriften jeden Tag.
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